mediAutoren-Verlag

Phil Coorain – Die Kugel

Handlungsskizze

Stella wächst mit übersinnlichen Fähigkeiten auf, doch in der Zahlenwelt ihrer Mutter, die als Buchhalterin ihr Geld verdient, ist für „solchen Hokuspokus“ kein Platz. So lernt Stella, ihre Visionen zu unterdrücken oder für sich zu behalten. Nur einmal, von Mutter und Schwester aufgezogen, sagt Stella ihnen die Lottozahlen der nächsten Ziehung voraus…

Als Erwachsene betrachtet auch Stella selbst ihre Gabe eher als Fluch, denn die Todesfälle, die sie vorhersieht, treten tatsächlich ein – Grund genug, sich vor den ungebetenen Bildern zu ängstigen, die sie heimsuchen. Wozu soll eine solche Gabe gut sein, wenn sie nicht hilft, den Lauf der Dinge zu verändern, fragt sie sich.

Als Stella mit ihrem neuen Freund Michael zu einer einwöchigen Bergwanderung aufbricht und dort auf zwei Fremde trifft, hat sie eine grauenhafte Vision, die sie nur zu gerne vergessen möchte. Doch in einem Traum in der darauf folgenden Nacht erhält sie den Auftrag, nach einer ganz bestimmten alten Frau Ausschau zu halten. “Du musst den kürzesten Weg nehmen und mich finden”, trägt die Alte ihr auf. Und wie durch eine Fügung eröffnet sich Stella der kürzeste, aber völlig unerwartete Weg aus den Bergen, nämlich in einem Rettungshubschrauber. Schon bald trifft sie mit der Alten zusammen und erfährt, dass auch die alte Frau auf merkwürdige Weise den Befehl erhalten hat, Stella zu suchen, damit sie gemeinsam ein schreckliches Unglück verhindern.

Verwirrt steht Stella mit einer kleinen bunt gemischten Gruppe Gleichgesinnter vor zahllosen ungeklärten Fragen: Wieso wurde ihr Freund Michael ermordet? Warum wurde der Hotelflügel in die Luft gesprengt, in der die Gruppe ein Gemeinschaftstreffen aller Ökodörfer der Welt organisieren wollte? Welches große Unglück steht bevor und wie können sie es verhindern? Und vor allem – wer steckt dahinter?

Gemeinsam mit einer Gruppe Freunde begeben sie sich in ein Dorf in den Pyrenäen, das die alte Frau vor 25 Jahren gegründet hat - auf der Suche nach Antworten.

Die einwöchige Reise konfrontiert nicht nur Stella mit sich selbst, ihrer Vergangenheit, der Diskrepanz zwischen Selbstbild und Fremdbild sowie mit ihren übersinnlichen Fähigkeiten und ihren noch fehlenden Eigenschaften. Sie führt zu offenen Fragen wie derjenigen nach dem Sinn des Lebens, nach Zufall und Schicksal, nach früheren Leben und den sich daraus ergebenden Verstrickungen in der Jetztzeit. Sie rührt die Frage auf, ob ein Einzelner das eigene oder das Schicksal anderer Menschen verändern kann und darf - und ob wir letztendlich alle unser Schicksal aktiv selbst gestalten.

Erst im Laufe des Aufenthaltes wird klar, dass nur die Fähigkeiten aller neun Mitglieder der Kerngruppe es ermöglicht, sich dem unbekannten, übermächtigen Feind zu stellen, der der Gruppe wie ein dunkler Schatten folgt, wo sie auch hingehen. Doch warum? Will der unsichtbare Feind das im kommenden Jahr geplante, weltweite Treffen aller Ökogemeinschaften verhindern? Oder soll die Idee und Erfindung des Schweizer Physikers und Wissenschaftlers Philippe Richard, der Graviteur, den er auf der Basis der Nullpunktfeldtheorie entwickelt hat, gestohlen werden? Und was vermag dieser Graviteur, der alternative Energien produziert, eigentlich noch? Ist er Segen oder Fluch, Gefahr oder Rettung?

Während die indianischen Heilerinnen Tashina Wakanda aus Nordamerika und Elmira Mendez aus Brasilien sich mit dem Aboriginee Coorain Yani auf Schamanen- oder Traumreise begeben, um Antworten zu finden, versucht der ehemalige BND-Angestellte Oskar Hübner, mithilfe eines Ex-Kollegen und Freundes die bisherigen Spuren auszuwerten. Auch die Fähigkeiten des indischen Computer- und Sprachspezialisten Ashna oder des japanischen Samuraischmiedes Fudo bleiben im Laufe der Ereignisse keineswegs ungenutzt. Doch all dies wäre nichts ohne die stabilen Eckpfeiler und unerschütterlichen Wachtürme, die die Alte und ihr Mann, Edda und Martin LaTour darstellen, durch deren offenes, patentes Wesen erst das Ökodorf in den Pyrenäen entstehen konnte, das nun sogar eine Universität beinhaltet.

Im Laufe des einwöchigen Aufenthaltes wird klar, dass Stella keineswegs zufällig in diese Situation geraten ist, sondern als Katalysator und reinigende ebenso wie schützende Kraft dazu gedacht ist, die drohende Gefahr abzuwenden, durch eine Fähigkeit, die ihr selbst als unheimlich, wenn nicht gar gefährlich erschien und ihr bis dahin sogar Angst gemacht hat.

Auch wenn sich für Stella - und vielleicht auch einige andere - am Schluss die Frage aufwirft, wie sie mit der Last der Vergangenheit weiter leben kann, hat sie in der kurzen Zeit doch den Schritt von der jungen Frau zur verantwortungsbewussten und Verantwortung übernehmenden Erwachsenen vollzogen, die die Konsequenzen ihrer Handlungen trägt. Zwar immer noch auf der Flucht vor einer unbekannten Macht, aber aufrechten Schrittes und Herzens, gestärkt durch eine Liga treuer Freunde, wird sie ihren weiteren Lebensweg in Teil 2 und 3 der Trilogie beschreiten.